The F*cking Business – Hintergrundartikel zu „Demon Inside“

Demon Inside, der fünfte Band der Bullhead MC-Serie, spielt größtenteils im Milieu. Im Steintorviertel, der Amüsiermeile der Stadt, reihen sich Danceclubs, Bars, Bordelle, Kneipen und andere Etablissements aneinander. Während das Oxbow, ein Betrieb des Motorradclubs, lediglich Tabledance und Poledance anbietet, kann der geneigte Kunde im La Notte und dem Lollipop auch „tiefergehende“ Dienstleistungen buchen. Die Bullheads sind zudem stille Teilhaber an einem Laufhaus im Binnenhafen. In der Stadt gibt es natürlich auch einen Straßenstrich, den die Politik jedoch erfolgreich aus dem Steintorviertel verbannt hat.
In diesem Artikel möchte ich einen Einblick ins reale Erotikbusiness geben, mit dem frau entgegen landläufiger Meinung eher selten das große Geld verdient. Dennoch ist Prostitution ein Beruf, solange sie freiwillig ausgeübt wird. Viele haben Spaß an ihrem Job, andere machen ihn mit der gleichen Begeisterung wie die Dame an der Supermarktkasse.

Die Gründe, warum frau ihr Geld als Sexworkerin verdient, sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Manche wollen es einfach, anderen geht es ums Geld, wiederum andere sind aufgrund diverser (schlechter) Erfahrungen in den Job gerutscht. Laut einer Studie sollen 40% aller Sexworkerinnen in ihrer Kindheit sexuelle Gewalt erfahren haben. Da ich die Quelle der Studie nicht ausfindig machen konnte, kann ich nichts zum Wahrheitsgehalt sagen. Die Damen, mit denen ich mich unterhalten durfte, machten ihren Job jedenfalls, weil sie einfach nur einen Job machen wollten.
Ob eine Frau ihren Job als Sexworkerin freiwillig ausübt, ist die große Frage, die die Gesellschaft spaltet. Die Szene und die Beratungsstellen sind anderer Meinung als die Polizei, die davon ausgeht, dass ein großer Teil unter Zwang arbeitet. Die freiwilligen Sexworker finden es extrem arrogant, dass ihnen ständig vorgehalten wird, sie würden ihren Job nur gezwungenermaßen machen.
Escortdame Vanessa ärgert sich besonders über die Verächtlichkeit, die ihrem Berufsstand entgegengebracht wird. „Wenn ein Mann sein Geld damit verdienen würde, Frauen zu beglücken, würde man sagen: ‚Jetzt macht er sein Hobby zum Beruf.‘“ Ihm würde man nie unterstellen, dass er sich unterwerfe. Dieses „Verächtliche“ stecke tief in der Geschichte der Prostitution und sei ein Zeichen des Ungleichgewichts zwischen Männern und Frauen. „Wenn Frauen ihre Sexualität frei ausleben, wird ganz deutlich, dass sie schon immer diskreditiert wurden, unabhängig davon, ob sie Geld dafür verlangen oder nicht.“

Im Juli 2017 ist ein neues Prostitutionsgesetz in Kraft getreten, dass die Sexarbeiterinnen rundweg ablehnen. Die Anmeldepflicht, die das „Gesetz zur Regulierung der Prostitution“ vorschreibt, schürt die Angst, enttarnt zu werden und stellt alle Sexworker unter Opfer-Generalverdacht. Den Zwang zur Anmeldung als Sexworker und die Pflicht zur Gesundheitsberatung sehen sie als massiven Eingriff in ihre Grundrechte und wollen dagegen klagen. Fast alle Prostituierten üben ihr Gewerbe anonym aus, „Wir wissen selbst nicht, wo die Daten landen“, sagt eine Sprecher der Hurenorganisation Hydra. „Die Finanzämter werden sie sicher von Anmeldestellen bekommen. Aber schreibt das Finanzamt der Frau dann nach Hause? Wer öffnet dort den Brief, die Mutter, Kinder oder ihr Partner? Und steht als Beruf Prostitution drin?“

Foto: Reiner Rüttler

Arbeiten, wo andere ihre Finger nicht bei sich behalten können
In Stripclubs, wo Tabledance und Poledance angeboten wird, findet kein sexueller Kontakt statt. Die Tänzerinnen dürfen nicht angerührt werden, auch nicht bei einem Lapdance, für den der Gast extra zahlt. Beim Lapdance wird der Geschlechtsakt auf bzw über dem Schoß des Mannes elegant vorgetäuscht; auch dabei kommt es in der Regel nicht zum Körperkontakt. Kann der Mann seine Pfoten nicht bei sich behalten, wird er mehr oder weniger freundlich gemaßregelt. Bei Übergriffen findet er sich schnell auf der Straße wieder.
Die Tänzerinnen sind in der Regel keine Sexarbeiterinnen. Ich kenne eine ausgebildete Modedesignerin, die an den Wochenenden als Stripperin jobbt und sich so um die 3.500 Euro im Monat ertanzt. Unter der Woche arbeitet sie freiberuflich in einer PR-Agentur, wo sie einen Bruchteil verdient. Trotzdem ist der Job einer Stripperin kein Zuckerschlecken. Eine ganze Nacht lang auf 25cm hohen Schuhen zu tanzen und sich nebenher von Schampus und Kaugummi zu ernähren, tut weder den Knien noch dem Magen gut. Hinzu kommen Kunden, die – gefangen zwischen Notgeilheit und Rettungskomplex – den Damen regelmäßig die Contenance rauben. Die vermutlich an häufigsten gestellte Frage von männlichen Gästen lautet: „Du bist doch ein kluges, schönes Mädchen. Warum machst du so etwas?“
Die zweithäufigste: „Wenn ich einen Lapdance buche, holst du mir dann anschließend einen runter?“
Die dritthäufigste: „Nein? Warum ist das dann so teuer? Im Puff bekomme ich das volle Programm.“
In der Regel kauft der Gast vorweg Spielgeld, meist in Form von Dollarscheinen, die er der Tänzerin zusteckt. Auch hier hören die Damen oft die Frage: „Was machst du denn alles für diesen Dollar, Süße?“
Eine Tänzerin hat mir mal erzählt, was sie darauf antwortet: „Ich blase dir einen und ficke dich stundenlang … für EINEN GOTTVERDAMMTEN PAPIERFETZEN! Von dem ich übrigens nur 50 Cent behalten darf. Und selbst die muss ich versteuern.“
Gäste, die herkommen, sich zurücklehnen und einfach nur den Abend genießen, sind natürlich die angenehmsten. Doch manche Männer sehen Stripclubs als Anbahnungsinstitut. „Mindestens einmal pro Abend will sich einer mit mir privat verabreden, will mich nach Feierabend auf einen Kaffee einladen“, sagt die Stripperin. „Meist sind das die Männer, die nicht kapieren, das dies hier nur ein Job ist und ich nicht als Seitensprungluder kostenlos zur Verfügung stehe, nur weil ich in knappen Klamotten eine erotische Show biete.“

Sein Geld im Liegen verdienen – Bordellbetrieb
Üblicherweise mietet sich die Sexarbeiterin im Bordell ein und arbeitet dort auf eigene Rechnung, bestimmt Preise und Angebot selbst. 30 Minuten Sex kosten etwa 50 Euro bei jener Dame, die mir Rede und Antwort gestanden hat. Die Zimmermieten variieren je nach Haus. Im größten Bordell Deutschlands muss die Dame pro Tag um die 200 Euro für ihr Zimmer zahlen, in kleineren Läden sind 130-150 Euro der Schnitt. Man kann sich also ausrechnen, mit wie vielen Männern sie koitieren muss, damit sie Gewinn gemacht und zum Monatsende genug Geld zum Leben hat. Dennoch arbeiten Frauen lieber dort als auf der Straße, da Bordelle einen gewissen Schutzraum bieten.

Foto: Shamrock

Die Zimmer haben nicht immer etwas mit plüschig-roter Puffatmosphäre gemein, sondern sehen manchmal eher aus wie Showrooms aus dem Möbelhaus, ausgestattet mit riesigen Spiegeln, damit der Mann sich beim Sex zusehen kann, und sie riechen penetrant nach Raumspray.
Viele, aber nicht alle Bordellbetreiber lassen nur selbständige Frauen in ihrem Haus arbeiten. Das hat wenig mit goldenem Herzen zu tun. Frauen, die nicht freiwillig arbeiten, machen keinen guten Job und Zuhälter, die draußen im Wagen auf die Frau warten, werden grundsätzlich ungern gesehen. In manchen Bordellen und Laufhäusern gibt es Pausenräume, die auch von Luden genutzt werden. Hier und dort werden diverse Geschäftchen abgewickelt, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel. Bordelle werden von den Behörden peinlich genau kontrolliert.
Auch im Bordell gilt: Nein heißt nein. Wenn ein Freier etwas möchte, dass die Auserwählte nicht anbietet, wendet er sich an den Wirtschafter oder die Wirtschafterin des Hauses und diese schaut, ob eine passende Dame anwesend ist. Sexarbeiterinnen lehnen durchaus auch Männer ab, wenn diese ungepflegt sind oder ihr Benehmen zu wünschen übrig lässt. Im guten Bordell ist Sauberkeit immens wichtig und die Rechnungen für die Wäschereidienste entsprechend hoch. Üblicherweise werden die Arbeiterinnen regelmäßig auf HIV getestet, diese Kosten trägt die Frau selbst.
Weibliche Gäste haben in der Regel keinen Zutritt. Bundesweit gibt es Tausende Betriebe, die also Rückzugsort für Millionen sexhungriger Männer sind, umgekehrt sind es ganz mau aus. Bordelle für Frauen existieren nicht.
Den Kunden ist die Lebensgeschichte der Prostituierten grundsätzlich egal. In einschlägigen Foren werden die Damen als „das Milchkaffeebabe“ oder „die heiße Asia-Muschi“ bezeichnet und auch weiterempfohlen. Dort tauschen sich die Männer auch über die angebotenen Praktiken aus und wie zufriedenstellend diese durchgeführt wurden.
Der Bordellbetreiber verdient nicht nur an der Zimmermiete, sondern vor allem an den ausgeschenkten Getränken. Die Damen sind angehalten, die Gäste mindestens zu einer Flasche Schampus zu animieren, die im Schnitt mit 150 Euro zu Buche schlägt. In Edelschuppen kann die Edelbrause jedoch auch mal 800 Euro kosten.
In modernen Betrieben gibt es für die Prostituierten ein Zeiterfassungssystem, strenge Arbeitsregeln (keine Handygespräche vor Kunden, striktes Drogenverbot) sowie eine Telefonnummernliste von zuständigen Ärzten. Alkoholische Getränke dürfen nur die Freier bestellen; den Frauen ist lediglichr das Trinken von spendiertem Champagner erlaubt. Die Softdrinks dürfen sie nur mit Strohhalm trinken, wegen des hartnäckig haftenden Lippenstifts. Das „Zusammenglucken“ mehrere Frauen wird nicht gern gesehen, da es die Kunden abschreckt.

Foto: Paulitsch

Die Security sitzt üblicherweise im eigenen Raum mit Monitoren und alle, die ich gesehen habe, sahen aus wie Dog: stiernackig, breitschultrig, mächtige Muskeln. Auf den Zimmern selbst befinden sich Alarmknöpfe.
Kaum eine Sexarbeiterin hat nichts an sich machen lassen. Operierte Brüste, Extensions, künstliche Fingernägel und Wimpern, aufgespritzte Lippen, oft auch Perücken sind der Standard. Überirdisch schöne Bodys und sauteure, edle Dessous habe ich übrigens nicht gesehen. Die Bekleidung beschränkt sich auf Stringtangas, oft mit H&M-Label, dazu High Heels oder offene Plateausandalen und vielleicht noch Stockings.
„Hallo, Süßer, gefalle ich dir?“, gefolgt vom Fingernagelkratzen an der Männerschulter scheint der Standardspruch zu sein, um einen Kunden von sich zu überzeugen. Natürlich lügen die Damen hemmungslos, wenn der Mann fragt, warum sie „so einen Job“ macht: „Um so tolle Männer wie dich kennenzulernen“ oder „Weil ich von Sex nicht genug bekomme“. Der Großteil der Freier ist ruhig, oft gehemmt und bleibt lieber passiv. Die Männer freuen sich, dass es im Puff unkompliziert zur Sache geht und verstehen meist auch, dass die Frau nicht die Verfügungsgewalt über ihren Körper abgegeben hat, nur weil sie bezahlt wird.
Der Bordellchef, mit dem ich gesprochen habe, sagte mir, dass er nur Frauen aufnimmt, die sehr gut Deutsch oder Englisch sprechen. Bei Damen, die nur wenige Brocken auswenig herunterradebrechen, steht zu vermuten, dass sie nicht freiwillig anschaffen, zudem kann er sie nicht eingehend danach fragen.
In größeren Läden nimmt man es damit nicht so genau. Die Fluktuation der Arbeiterinnen ist sehr hoch, die Kunden wünschen Abwechslung. Der Großteil der Ladys stammt aus Osteuropa.
Für Frauen, die Sexarbeit freiwillig und ernsthaft in Betracht ziehen, bietet die Hurenorganisation Hydra übrigens eine Einstiegsberatung an. Wenn man unter 21 ist und selbständig in einem Bordell arbeitet, gilt man nach deutscher Gesetzeslage als Menschenhandelsopfer (keine Ahnung, ob sich das inzwischen geändert hat).

Bei Anruf Liebe – Escortservice
Escortdamen, früher Callgirls genannt, arbeiten immer unter Psdeudonym und sehr häufig nebenberuflich. Sie sind diejenigen mit den Haus- oder Hotelbesuchen. Die erfahrene Mittvierzigerin ist im Escortservice ebenso gefragt wie die Studentin mit dem heißen Body. Die meisten werden über eine Agentur vermittelt. Wenn eine Frau komplett selbständig arbeitet, tut sie gut daran, ein „Backup“ zu haben, also jemanden, den sie zu einer vereinbarten Zeit anruft und der auch weiß, bei welchem Kunden sie sich gerade befindet. Gebucht werden in der Regel zwei Stunden, manchmal nur für eine Begleitung zu einem gesellschaftlichen Anlass, aber fast immer (auch) für Sex. Manche Kunden mieten ihre Dame für ein ganzes Wochenende und zeigen sich spendabel. Die einen bringen Blumen mit, die anderen schenken der Escortdame gleich ein Auto. Die meisten Agenturen überlassen es der freien Vereinbarung zwischen Kunden und Escort-Damen oder -Herren, was in der gemeinsamen Zeit passiert.
Die rein selbständige Tätigkeit ist sehr stressig, da die Kunden hartnäckig feilschen, oft unzuverlässig und respektlos sind. Im Escort-Berufszweig finden sich fast ausschließlich Frauen, die ihren Job bewusst gewählt haben und ihn gerne machen. Hier sind auch die Verdienstmöglichkeiten am höchsten und man darf sich an einem gewissen Glamourfaktor erfreuen.

Foto: Olaola

Es wird empfohlen, nicht bei Agenturen zu arbeiten, die ihre Damen für unter 200 Euro pro Stunde vermitteln und noch 40% Provision haben wollen oder bei denen es ausschließlich ums Aussehen geht. Gute Agenturen betreiben Auslese bei ihren Kunden und akzeptieren, dass die Dame einen Kunden ablehnt oder mal nur 2-3 Termine im Monat machen möchte. Bei weniger guten Agenturen finden sich – wie ein Escortgirl so schön formulierte – auch „ungewaschene Bauerntrampel“ unter den Kunden. Die Preise variieren; exklusive Agenturen verlangen 1000 Euro für zwei Stunden und behalten zwischen 25 und 33% Provision.
Die Agenturen erwarten gute Deutsch- und Englischkenntnisse von ihren Frauen, hervorragende Manieren, Spaß an (wie sie es ausdrücken) erotischen Abenteuern sowie neben gutem Aussehen und Körperbewusstsein auch absolute Diskretion.
Der Job selber wirkt zwar erstmal attraktiv – man trägt schicke Klamotten und teure High Heels, sieht tolle Orte und besucht Kunden in luxuriösen Hotels –, aber ein Escortgirl sagt von sich: „Neben deinem sozialen Umfeld verlierst du in dem Job mit der Zeit jeglichen Respekt vor dir selbst.“ Sie ist fast täglich von Stadt zu Stadt gehetzt, konnte keine normalen Gespräche mehr führen und an eine Beziehung war schon gar nicht zu denken. Die Kunden sind in der Regel keine Millionärs-Bad Boys mit gestähltem Körper, sondern größtenteils ältliche Geschäftsleute mit eher spärlichem Haupthaar.

25 Euro – Arbeit auf dem Straßenstrich
In Hamburg zeigte früher ein Strich auf der Straße an, wie nahe die Prostituierten an die Schiffe herandurften, ohne den Verkehr (also den Straßenverkehr) zu behindern. Vermutlich kommt daher die Bezeichnung Strich.
Auf den Strich gehen ist die unterste und die gefährlichste Kategorie der Sexarbeit. Im Schnitt stehen die Damen 14-15 Stunden herum, um genug zu verdienen. Die Konkurrenz ist groß und Dumpingpreise an der Tagesordnung. 80% der Huren stammen aus Osteuropa und viele haben bereits dort angeschafft, daher gehen sie sehr zielstrebig und geschäftsmäßig zur Sache. In der Regel wird der Straßenstrich nach Bereichen eingeteilt, beispielsweise den Balkanstrich oder den Hausfrauenstrich. Die Huren haben fest zugewiesene Plätze und dürfen beim Anquatschen eines potentiellen Freiers nicht in das Revier einer „Kollegin“ geraten.

Foto: Colourbox

Der Strich bietet Menschen mit Legalitätsproblemen oder aus Hochrisikogruppen wie Drogenabhängigen die Möglichkeit zu einem Einkommen, dennoch wird angeblich fast jede Sexworkerin hier von einem Zuhälter kontrolliert. Der Job ist hart, denn auch im Winter oder im strömenden Regen muss angeschafft werden. Auf manchen Strichen tragen die Damen bei Schietwetter pinkfarbene oder rote Regenschirme, damit man sie auf Anhieb erkennt. Etwa 70% der Freier wollen übrigens Sex ohne Kondom.
Auf dem berühmtesten Straßenstrich in Hamburg zwischen Davidstraße, Hans-Albers-Platz und Herbertstraße (auf der Reeperbahn selbst gibt es nur Bars) waren früher nur High Heels erlaubt. Mittlerweile dürfen die Damen bequemeres und wärmeres Schuhwerk tragen. Gemanagt wird der dortige Straßenstrich von den „Hamburger Jungs“, die für Sicherheit sorgen und sich früher „Marek-Bande“ nannten. Der Ton zwischen den Frauen ist harsch, die Konkurrenz groß und Streitigkeiten an der Tagesordnung. Partygängerinnen werden mit mit Beleldigungen verjagt.
Eine andere Variante des Straßenstrichs wird im Wohnwagen ausgeübt, die auf Parkplätzen oder am Straßenrand stehen. Die Wohnwagen am Kölner Straßenstrich Eifeltor werden von den Hells Angels an Prostituierte vermietet. Ein paar Rollen Tesafilm liegen immer bereit, denn vor Schichtbeginn kleben die Damen auf Wunsch der Freier meist die Fenster ab.

Foto: Panorama

Die Durchschnittspreise auf dem Straßenstrich liegen zwischen 25 und 30 Euro für Oralverkehr und um die 50 Euro für klassischen Geschlechtsverkehr. Die Sexworker arbeiten üblicherweise an 7 Tagen die Woche und wenn sie ihre Dienste nicht im verhältnismäßig sicheren Wohnwagen anbieten, steigen sie zum Kunden ins Auto, gehen sie mit ihren Kunden ins Parkhaus oder zu einem ruhigen Platz, seltener in eine Pension, weil dies zusätzlich Geld kostet. Manche Freier geben mehr Geld als vereinbart, andere weigern sich nach dem Sex, mehr als 10 oder 15 Euro zu zahlen. Gewalt von Freiern oder Zuhältern kommt hier naturgemäß besonders häufig vor, der Respekt vor Frauen auf dem Straßenstrich ist in den letzten Jahren gesunken. Zwangsprostitution findet hier am ehesten statt.
Zu Zeiten von Messen oder großen Veranstaltungen erlebt man in Großstädten oft eine überraschende Flut von Sexworkern aus allen Himmelsrichtungen. In vielen Städten wird der Straßenstrich ganz aus der Innenstadt verbannt oder in Sperrbezirke ausgelagert.

2 Gedanken zu „The F*cking Business – Hintergrundartikel zu „Demon Inside“

  1. Ein wirklich sehr Interessanter Artikel über diese Materie. Hab vielen lieben dank dafür und da wird der Blick auf dein neues kommendes Buch gleich noch mal ein andere mit diesem Hintergrundwissen über das Miliue.

  2. Hallo Catalina,
    vielen Dank für deinen,, Zusatz,, zum Buch.
    Ich und viele andere Leser haben keine Ahnung was so in diesem Milieu passiert.
    Ich habe mir heute dein neues Buch gekauft und bin soooo gespannt darauf. Es ist für mich wie ein Geschenk,hab morgen,,Burzeltag,,. Aber,ich mache mir da keine Gedanken,deine Bücher sind alle spannend mit viel !! Inhalt. Danke dafür. Vielleicht hören wir ja bald mal was von Jo ??
    Ganz liebe Grüße

    Silvia

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